Sozialministerin Hofmann mit weiteren Personen und dem unterschriebenen Aktionsplan in der Hand.

Hessisches Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales

Aktionsplan soll Frauenanteil in MINT-Berufen erhöhen

Ministerin Hofmann unterzeichnet mit Unternehmen, Wirtschaftsverbänden und Stiftungen Zehn-Punkte-Aktionsplan, um Anteil von Frauen und Mädchen in MINT-Berufen zu erhöhen.

Frauen sind in MINT-Berufen – also in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – in Hessen deutlich unterrepräsentiert. Zwar ist der Anteil weiblicher Studierender und Auszubildener in MINT-Fächern und Ausbildungen zuletzt angestiegen, trotzdem ist nur rund jede sechste Stelle mit einer Frau besetzt. Damit sich das ändert und der Anteil an Frauen und Mädchen im MINT-Bereich wächst, hat Sozialministerin Heike Hofmann am Freitag im Kontrollzentrum ESOC der Europäischen Raumfahrtorganisation ESA in Darmstadt gemeinsam mit mehreren Unternehmen, Wirtschaftsverbänden und Stiftungen einen Zehn-Punkte-Aktionsplan unterzeichnet, der das Interesse an Naturwissenschaft bereits im frühkindlichen Bereich fördern soll.

„Karrieren beginnen im Sandkasten, nicht erst im Hochschul-Hörsaal. Mädchen können genauso MINT-Fächer studieren, bei der ESA Astronautin, Ingenieurin, Astrophysikerin und Informatikerin werden wie die Jungen. Entscheidend ist, dass der Zugang und die Möglichkeit dazu früh eröffnet werden“, sagte Ministerin Hofmann im Rahmen des Runden Tischs „Mädchen machen MINT“, der der Unterzeichnung vorausging und der den Auftakt für den Aktionsplan bildete.

„Von Anfang an für Naturwissenschaft und Technik begeistern“

„Gemeinsam mit unseren Partnerinnen und Partnern aus der frühkindlichen Bildung, aus Wirtschaft, Industrie und Wissenschaft, setzen wir als Landesregierung einen starken Akzent für die frühe MINT-Bildung in Hessen. Unser Ziel ist, Kinder von Anfang an für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu begeistern – und insbesondere Mädchen einen genauso selbstverständlichen Zugang zu den damit verbundenen Bildungs- und Berufsperspektiven zu eröffnen“, so die Ministerin weiter.

Dr. Rolf Densing, ESA-Direktor für Missionsbetrieb und Leiter des ESOC-Zentrums, betonte als Gastgeber der Veranstaltung: „Als europäisches Zentrum für den Betrieb von Raumfahrtmissionen steuern unsere Teams permanent über 30 Satelliten und leisten damit einen wichtigen Beitrag für Klima- und Umweltbeobachtung, Navigation, planetarische Forschung, Astronomie sowie Sicherheit im Weltraum. Da es dafür auch nötige Infrastruktur entwickeln muss und das ‚Space Safety‘-Programm der ESA leitet, steht ESA/ESOC für vielfältige berufliche Möglichkeiten in Wissenschaft, Technik und Ingenieurwesen, aus ganz Europa. Die Diversität unserer Teams ist dabei Teil des ESA-Erfolgsmodells.“

Der Runde Tisch bringt die Akteurinnen und Akteure zusammen, während der Aktionsplan in den kommenden zwei Jahren Informations- und Qualifizierungsangebote für Fachkräfte und Eltern mit Elementen aus der Praxis und wissenschaftlichen Erkenntnissen zur frühen MINT-Bildung verbindet. Alle Beteiligten bringen sich dabei mit eigenen Beiträgen ein: Geplant sind etwa Informations- und Qualifizierungsformate für pädagogische Fachkräfte sowie Fortbildungen zur MINT-Bildung, zudem wird ein praxisorientiertes Forschungs-Kit für Kitas entwickelt, das auch die Eltern einbezieht. Flankiert werden die Maßnahmen von Fachveranstaltungen und weiteren Maßnahmen, die den Kindern MINT-Themen alltagsnah und durch eigenes Erleben vermitteln.

Beteiligte Organisationen und Institutionen, Verbände:

  • Arbeitsgemeinschaft der Hessischen Handwerkskammern
  • Beate Heraeus Foundation
  • Europäische Weltraumorganisation ESA/ESOC
  • Hessischer Industrie- und Handelskammertag
  • Mathematikum Gießen e.V.
  • Merck KGaA
  • Modolino (Startup)
  • Staatsinstitut für Frühpädagogik und Medienkompetenz
  • Stiftung Kinder forschen
  • Technische Hochschule Mittelhessen
  • Verband der Chemischen Industrie e.V. Landesverband Hessen
  • Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e.V.

Die Zahl der Teilnehmenden kann künftig durch weitere interessierte Partner anwachsen. Es ist vorgesehen, dass sich der Runde Tisch einmal jährlich trifft.

Besser vernetzen und Erfahrungen austauschen

„Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass Mädchen frühzeitig und gezielt darin bestärkt werden sollten, MINT-Themen für sich zu entdecken. Dafür wollen wir bestehende Initiativen künftig besser vernetzen, um neue Angebote ergänzen, unsere Erfahrungen austauschen und dabei gemeinsam die Bedürfnisse der Kinder noch besser in den Blick nehmen“, führte Ministerin Hofmann aus.

„Gute frühe MINT-Bildung weckt die Neugier, eröffnet Chancen und schafft wichtige Grundlagen für spätere Bildungs- und Berufswege. Mit unserem Zehn-Punkte-Plan wollen wir dieses Fundament mit allen Beteiligten weiter festigen – und das geschlechtersensibel, klischeefrei und mit dem Ziel, die Potenziale aller Kinder zu entfalten“, so die Sozialministerin.