Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum

Land will Zahl der Start-up-Gründungen bis 2030 auf 450 pro Jahr steigern

  • Drei 270 Start-up-Neugründungen im ersten Halbjahr 2026
  • Finanzierungsvolumen soll bis 2030 auf 500 Millionen Euro steigen
  • Mehr Ausgründungen aus Hochschulen und stärkere Zusammenarbeit mit Mittelstand und Industrie

Hessen will mehr innovative Gründungen in die nächste Wachstumsphase bringen und dafür Forschung, Unternehmen und privates Kapital stärker zusammenbringen. Anlässlich der heutigen Debatte im Hessischen Landtag hat Wirtschaftsstaatssekretär die Ziele der Start-up-Strategie Hessen 2030 bekräftigt. Im ersten Halbjahr 2026 wurden in Hessen 270 Start-ups neu gegründet. Bis 2030 soll die Zahl auf 450 Neugründungen pro Jahr steigen.

„Wir haben in Hessen viele gute Ideen, starke Forschung und Unternehmen, die neue Technologien in die Anwendung bringen können. Mein Anspruch ist: Wer hier gründet, soll für den nächsten Wachstumsschritt nicht woanders hingehen müssen. Deshalb wollen wir den Weg aus Forschung und Hochschule in den Markt leichter machen, mehr privates Kapital mobilisieren und junge Unternehmen schneller mit Kunden aus Mittelstand und Industrie zusammenbringen. So entstehen aus guten Ideen Unternehmen, Wertschöpfung und neue Arbeitsplätze in Hessen“, sagte Wirtschaftsstaatssekretär Johannes Loheide.

Mehr Kapital für die nächste Wachstumsstufe

Ein Schwerpunkt der Strategie ist die Finanzierung wachsender Start-ups. Gerade bei größeren Finanzierungsrunden sieht die Landesregierung weiteren Handlungsbedarf. Das jährliche Start-up-Finanzierungsvolumen in Hessen soll deshalb von 190 Millionen Euro auf 500 Millionen Euro im Jahr 2030 steigen. Öffentliche Förderung kann dabei Anschub geben und Risiken mittragen. Für dauerhaftes Wachstum soll zugleich mehr privates Wagnis- und Wachstumskapital mobilisiert werden.

Welches Potenzial in Hessen vorhanden ist, zeigt das aus der TU Darmstadt hervorgegangene Unternehmen Focused Energy. Das Start-up konnte 2026 rund 220 Millionen Euro einwerben. Das Land unterstützt seine Entwicklung mit 32,5 Millionen Euro. Entscheidend ist, solche Entwicklungen breiter möglich zu machen: Aus wissenschaftlicher Forschung sollen häufiger Unternehmen entstehen, die ihre Technologien in Hessen entwickeln, hier wachsen und neue Wertschöpfung schaffen.

Aus Forschung schneller Unternehmen machen

Dafür sollen Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen stärker zu Ausgangspunkten für Gründungen werden. Ausgründungsprozesse sollen einfacher werden und Entrepreneurship stärker in Schule und Hochschule verankert werden. Startup Factories und regionale Gründungszentren sollen Gründerinnen und Gründer früh begleiten und den Austausch mit Wirtschaft und Kapitalgebern verbessern.

Gleichzeitig setzt die Strategie auf eine engere Zusammenarbeit zwischen Start-ups, Mittelstand und Industrie. Beim sogenannten Venture Clienting können etablierte Unternehmen früh zu Kunden junger Unternehmen werden. Start-ups erhalten damit Aufträge, Referenzen und einen Weg in den Markt, während bestehende Unternehmen schneller Zugang zu neuen Technologien bekommen.

Die Start-up-Strategie konzentriert sich insbesondere auf Bereiche, in denen Hessen bereits über starke Unternehmen und Forschung verfügt: Banking und Finance, Life Sciences und Healthcare, Aviation, Aerospace und Defense sowie Optik und Photonik. Hinzu kommen die Technologiefelder Daten und Künstliche Intelligenz, DeepTech und GreenTech. Frankfurt soll als international sichtbarer Innovationsstandort weiter gestärkt und mit den regionalen Zentren in Darmstadt, Mittelhessen und Kassel verbunden werden.